Montagabend – ein Anruf aus der Kreisstadt. Abteilungsleiter Ju-Jutsu Ingo Karsten vom JSC Soest e.V. klingelte beim Abteilungsleiter Ju-Jutsu des JSV Lippstadt e.V. Hendrik Weise durch und berichtet sinngemäß: „Wir haben ein Problem! Wir dürfen nicht trainieren. Es wurde ein Feuchtigkeitsschaden in unserer Turnhalle gefunden und die Benutzung durch die Stadt bis auf weiteres untersagt.“ Bei so einer Hiobs-Botschaft wurde nicht lange gefackelt. Mit dem Gedanken „Wenn uns das passieren würde, wären wir über jede Hilfe dankbar!“ sicherte augenblicklich der Abteilungsleiter den Soester Kollegen die Möglichkeit zu spontan zum Training am Dienstagabend mit hinzu zu kommen, um deren Training nicht ausfallen lassen zu müssen. Im Laufe des Dienstages wurden noch die Trainer eingeweiht und Sportler informiert, dass der JSC Soest zu Gast beim JSV in der Turnhalle der Lippstädter Hedwigschule sein wird.
Zum Erwachsenentraining fanden sich dann auch so einige Sportler aus beiden Vereinen zusammen. Es wurde zeitgleich auf getrennten Matten Ju-Jutsu als auch Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) trainiert - eine in jüngster Zeit stark an Popularität gewinnende Kampfkunst ausgelegt auf Bodenkampf.
Als Dank für die spontane Nachbarschaftshilfe bot Josef „Jupp“ Strumann, 6. DAN, an das Training im Ju-Jutsu komplett zu übernehmen. Als Polizist a.D, mit Jahrzehnten an Kampfsporterfahrung als Beamter sowie auch Trainer, gab er den teilnehmenden Sportlern einen „Basic-Crashkurs“ in Sachen Bewegungsformen, realistischer Selbstverteidigung und effektiven Gegentechniken ohne „großes Gezauber“. Garniert mit markigen, bildhaften Sprüchen und viel Humor ging diese Trainingseinheit sehr schnell um und endet mit vielen sichtlich erschöpften aber auch zufriedenen Gesichtern.
Währenddessen „rollten“ die BJJler mit ihrem Trainer Dennis Gockel fleißig schwitzend über ihre Matte und man konnte sehen, wie auch der ein oder andere Ju-Jutsuka hin und wieder interessiert rüber schaute. Somit soll demnächst ein kleines BJJ Schnuppertraining für alle Interessierten angeboten werden.
Leider wurde am Tag nach dem gemeinsamen Training die Befürchtung der Soester Kampfsportler bestätigt: bis zum Ende der Sommerferien werden sie voraussichtlich nicht mehr in ihrer Stammhalle trainieren können. Dieses „Worst case“-Szenario erahnend, hatten sich die Trainer und Funktionäre beider Vereine schon darauf geeinigt die gemeinsame Nutzung für die restlichen Trainingstage bis zum Ferienbeginn fortzuführen. Ehrensache!
In diesem Sinne sagt die Abteilung Ju-Jutsu des JSV Lippstadt „Dankeschön“ an Jupp und drücken dem JSC Soest die Daumen, dass sie bald in ihr angestammtes Domizil zurückkehren oder einen temporären Ersatz finden können. Denn insbesondere die Kinder und Jugendlichen können aus logistischen Gründen das Lippstädter Angebot nicht so leicht annehmen wie die Erwachsenen. Viel Glück!